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Freitag, 25. März 2016

Barzanis Kurden im Irak und deutsche Medien

Bildquelle: Wikipedia
Aktivisten überschlugen sich darin, die deutsche Regierung für Waffenlieferungen an die Kurden des Irak unter Masud Barzani zu loben. Sie wären das Bollwerk gegen die Terroristen der ISIS/Daseh. Und angeblich wäre die irakische Armee unfähig, feige und würde mit Terroristen kooperieren, deshalb müsse man Barzani helfen. In deutschen Medien wurde von heldenhaften Befreiungskämpfen Barzanis berichtet. Und selbst als Berichte auftauchten, dass die deutschen Waffen auf dem Schwarzmarkt verkauft wurden, gab es kein Hinterfragen der Politik der Bundesregierung. Und auch als die Aussage einer ehemaligen Gefangenen der ISIS vor dem britischen Parlament auftaucht, schwiegen deutsche Medien weitgehend. Dabei gäbe es zahlreiche Gründe, sowohl die Politik Barzanis, als auch die der Bundesregierung äußerst kritisch zu beleuchten. Hören Sie z.B., was Salwa Khalaf Rashno vor dem Parlament aussagte :



"...Ich habe mit meiner Familie ein einfaches und bescheidenes Leben bis zu dem Tage gelebt, als Deash Shengal am 3. August 2014 angriff. Ich liebte meine Stadt, Shengal, sehr. Ich wuchs unter dem Prinzip der Koexistenz aller Gesellschaften innerhalb der Gemeinde auf, ohne Ansicht der Religion oder Sekte, denn die Werte meiner Religion erlauben keinen Hass gegen Andersgläubige, oder ihre Diskriminierung. ...

Deshalb war Shengal bekannt als die Stadt der Toleranz und ethnischen Diversität. Was dann passierte war schockieren und unerwartet, denn wir sahen Daesh als unsere Brüder an. Ich meine die arabischen Stämme, die zur Stadt gehörten. Plötzlich verwandelten sie sich zu Monstern und Wölfen. Sie kollaborierten mit Daesh als diese Jesidische Frauen und Kinder versklavten und die Männer töteten.

In meiner Stadt waren ca. 9000 Peschmerga-Kämpfer, die mit unterschiedlichsten Waffen ausgerüstet waren. Sie sagten uns: "Wir werden euch beschützen, und Shengal verteidigen, und Daesh wird nur über unsere toten Körper in Shengal einziehen. Wir werden die Stadt bis zur letzten Patrone verteidigen".

Unglücklicherweise rannten sie aber ohne jeden Widerstand, und ohne uns irgendeine Warnung zukommen zu lassen, weg, so dass wir keine Chance hatten, den Daesh Monstern durch eine Flucht zu entkommen. Sie überließen uns Frauen und Kindern kaltblütig unserem Schicksal. ...
"
IRAKPOLITIK - TEIL UND HERRSCHE

Hatten Sie so etwas schon einmal in deutschen Medien gelesen? Ich vermute nicht. Denn das Bild passt nicht in die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland. Die deutsche Regierung unterstützt die Kurden von Barzani, und damit auch die Bestrebungen, sich vom Irak aufzuspalten. Eine kleine Meldung ließ einmal aufhorchen. Ein Flugzeug mit Millionen Euros und Mustern von Waffen war auf dem Flughafen Bagdad beschlagnahmt worden. Hatten Sie etwas davon gehört? Dies und viele andere Hinweise weisen darauf hin, dass Deutschland, als Juniorpartner der USA, deren "teile und herrsche" Politik gegenüber dem Irak mit betreibt.

Und so hören Sie nur Horrorgeschichten über angebliche Verbrechen irakischer Armee oder Milizen beim Kampf gegen die ISIS, aber immer von heldenhaften Taten von Barzanis irakische Kurden. Dass diese Politik Geschichte hat, ist vielleicht bekannt. Im ersten Golfkrieg des Irak gegen Iran lieferten USA beiden Parteien Waffen. Und in Syrien werden Aufständische bewaffnet, Anschläge unterstützt. Und das Handbuch der Armee über unkonventionellen Krieg hält ausdrücklich fest, dass diese Form der Kriegsführung zunehmend wichtig werden wird. In jeder Region gäbe es unzufriedene Minderheiten, die man aufstacheln könnte, und so den Feind schwächen.

Indem Deutschland also die Bemühungen der irakischen Kurden um Unabhängigkeit, gegen eine irakische Zentralregierung unterstützt, unterwirft man sich auch der Politik der USA. Diese wollen um jeden Preis verhindern, dass der Iran seinen Einfluss weiter ausbaut. Und nach dem Angriffskrieg der USA gegen den Irak, hatte sich dummerweise das Gegenteil der erwarteten Entwicklung ergeben, denn die irakische Mehrheit empfindet heute den Iran als befreundeten Staat, und ist dankbar für dessen militärische Hilfe gegen die Terroristen.

Durch das Abtrennen eines kurdischen Staates, hätten die USA den Irak geschwächt, weil diesem erhebliche Einnahmen aus dem ölreichen Kurdistan entgehen würden. Und er hätte eine dauerhafte Krisenregion erzeugt, in der ihre Militärpräsenz auf Seiten der Kurden dann "notwendig wäre". 

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